„Die Suche nach der eigenen Farbe“ ist ein Roman über das Leben der Malerin Stephanie Hollenstein (1886-1944). Sie war ein einfaches österreichisches Bauernmädchen, das Künstlerin wurde, im 1. Weltkrieg als Mann verkleidet an die Front in Südtirol zog und sich zwischen den beiden Weltkriegen für die Rechte von Frauen in der Kunst einsetzte. Sie lebte offen lesbisch und arbeitete schon ab 1936 im Untergrund für die Nationalsozialisten, um dann – nach dem „Anschluss“ – bescheidene Karriere zu machen.

Beim Schreiben interessierten mich die Gegensätze in diesem Leben. Warum konnte sich ein eigentlich weltoffener Mensch für die Ideen der Nationalsozialisten begeistern? In meinem Roman habe ich Antworten gefunden, die durchaus auch mit der Gegenwart zu tun haben. Damit, dass Menschen, um des vermeintlich eigenen Vorteils willen, Entscheidungen treffen, die ihnen selbst und anderen schaden. Stephanie Hollenstein war eine von vielen, die sich eingerichtet hat, die weggeschaut hat und versucht hat, sich und ihre Lieben zu schützen. Eine, die auf der Seite der „Sieger“ stehen wollte und dafür die Grausamkeit des Regimes wissentlich in Kauf nahm.

Ich wollte auch die Künstlerin zeigen, die mit sich und den Begebenheiten ihrer Zeit rang, die versucht hat, ihren eigenen Weg zu finden in einer Welt, die es einer Frau, die noch dazu Frauen liebte, denkbar schwer gemacht hat.

Entstanden ist ein Roman, der sich manchmal ganz eng an der Biografie entlang entwickelt, sich manchmal aber auch große Freiheiten nimmt, um das herauszuarbeiten, um was es mir ging, um die Ambivalenzen menschlichen Handelns, allgemein und doch ganz spezifisch.

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Was manche Leser*innen mir schreiben: Nicht immer möchten Menschen eine Bewertung ins Netz stellen und Sterne verteilen; aber Viele, die mich kennen, und manchmal auch Menschen, die mich nicht kennen, hatten das Bedürfnis, mir ihr Leseerlebnis mitzuteilen – per E-Mail, über meine Homepage, per Whatsapp oder via Signal. Darunter auch